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Die Eugen-Russ-Ausfahrt wurde zum Eugen-Russ-Kränzle

Einfach absagen, was schon seit Jahrzehnten liebgewordene Tradition ist? Für die 67. Eugen-Russ-Ausfahrt kam das nicht infrage. Den betagten Menschen in den Pflege- und Seniorenheimen des Landes sollte trotz Coronakrise ein schöner Tag beschieden sein. Doch besondere Zeiten verlangen nach kreativen Lösungen, und die wurden gefunden. Statt auf der „Sonnenkönigin“ über den Bodensee zu schippern, waren Heime in ganz Vorarlberg eingeladen, für ihre Bewohner einen Nachmittag mit Jause und Musik zu gestalten. Stellvertretend stattete VN-Herausgeber Eugen A. Russ gemeinsam mit Bischof Benno Elbs dem Seniorenheim Tschermakgarten in Bregenz einen Besuch ab, unter Einhaltung strengster Sicherheitsvorkehrungen versteht sich. Der Freude tat das keinen Abbruch. „Großartig“, schwärmte eine Bewohnern.

 

Eine Überraschung

Das Seniorenheim Tschermakgarten beherbergt 79 Bewohnerinnen und Bewohner, die von 80 Mitarbeitenden betreut und umsorgt werden. Silvia Janek, die seit vier Jahren im Heim wohnt, fühlt sich jedenfalls wohl. „Es geht mir hier sehr gut“, sagt sie mir kräftiger Stimme. Auch Nebojsa Fend bestätigt: „Ich fühle mich wohl und sicher.“ Das „Eugen-Russ-Kränzle“, wie Moderator Roberto Kalin das Ersatzprogramm liebevoll bezeichnete, war für Nebojsa eine Überraschung: „Ich habe erst kurz vorher davon erfahren, aber es ist schön, gemeinsam zu feiern.“

 

Pflegedienstleiterin Astrid Voraberger und ihr Team hatten in allen vier Wohnbereichen für herbstlich dekorierte Tafeln gesorgt, an denen es sich die Bewohnerinnen und Bewohner bei einer schmackhaften Jause gutgehen lassen konnten. Das Duo „Walser Feger“ brachte mit flotter Musik viel Stimmung ins Haus. Insgesamt 30 Personen hatte das Seniorenheim Tschermakgarten für die Eugen-Russ-Ausfahrt angemeldet. „Es ist zwar schade, dass sie nicht zustande kam, aber so können alle mitmachen“, zeigte sich Voraberger mit dieser Lösung zufrieden.

 

Seele der Gesellschaft

Eugen A. Russ war es einmal mehr ein Anliegen, der betagten Generation für ihr Lebenswerk, auf dem der Wohlstand vieler aufbaut, zu danken. Außerdem galt es, in Coronazeiten ein Zeichen zu setzen, dass die älteren Mitbürger nicht vergessen sind. Bischof Benno dazu: „Alte Menschen sind die Seele der Gesellschaft. Wir dürfen sie nicht an den Rand stellen, sondern müssen gerade jetzt Brücken zu ihnen bauen.“ Die Wertschätzung wurde auch durch die Anwesenheit der scheidenden Seniorenstadträtin Elisabeth Mathis sowie von Klaus Müller, Geschäftsführer der Stiftung Liebenau in Vorarlberg, die das Seniorenheim Tschermakgarten betreibt, unterstrichen.  

 

(Autor: Marlies Mohr, Fotos: Roland Paulitsch, Quelle: VN)